Konzert für Klarinette und Streichorchester

Allegro

Die Orchestrierung einer Sonate bedeutet immer eine Vergrößerung; hier in der bescheidensten Form nur mit Streichern - bescheiden, aber reizvoll für den Bläser-Solisten, der sich so keiner klanglichen Konkurrenz durch mögliche Orchester-Bläser ausgesetzt sieht. Dennoch bedeutet die Auffächerung des Klavierparts auf fünf Streicherstimmen selbst bei weitgehender textlicher Übereinstimmung rein personal, aber auch volumenmäßig einen substanzielleren Widerpart zur Klarinette, die nicht länger einfacher Duo-Partner ist, sondern nun als Solist gegen eine ganze Gruppe gestellt ist.

Damit wird die ganze Anmutung der Komposition dramatischer, d.h. „größer“ und auch festlicher. Das gilt auch für eine Aufführung als Sextett, so wie man es hier hören kann. Diese Festlichkeit war beabsichtigt, denn ich verfasste dies Konzert zur Aufführung und Unterhaltung unserer Gäste bei der größeren gemeinsamen Feier der 60. Geburtstage von meiner Frau und mir.

Das hier gezeigte Foto entstand dort von uns beiden.

Andante sostenuto

Der langsame Satz ist auch eine fast genaue Umsetzung des entsprechenden Sonatensatzes. Bei Aufführungen ist darauf zu achten, dass die Celli (bzw. das Cello) äußerst prononziert - ja fast solistisch - spielen, denn allein in diesem Part liegt der strukturelle Gegensatz zum Solisten. Eine kleine Ausweitung des Originals sind die Takte 9-11, wo ein Provokation-und-Antwort-Spiel der Doppelschläge zwischen Klarinette und 1.Geige stattfindet, welches dann in gemeinsamen, „versöhnlichen“ Sexten endet.

Finale Vivace

Der dritte Satz enthält mit seiner A-B-A'-Form im Mittelteil eine erhebliche textliche Ausweitung. Dieser „amabile"  überschriebene Teil ist gemeint als eine Hommage an meine Frau. Im nun mediantischen F-Dur steigt das Thema zweimal diatonisch von der Unterquart zum Grundton auf. Es ist aber zunächst nicht dominantisch sondern (instabil) tonika-quartsext-artig harmonisiert, um sich erst in der Wiederholung dominant zu „erfüllen“.

Auch im weiteren Verlauf bekommt dieser Teil seinen Liebreiz durch die variantenreiche Verschleierung seiner sehr harmonischen Grundanlage. Besonders persönlich wird die zweite Hälfte dieser Hommage, wenn sich Klarinette und nun Sologeige gegenseitig in Figurationen „umschlingen“.

Der Übergang zum reprisenartigen dritten Teil (A') geschieht mit dem anfänglichen vergrößerten Triller-Motiv in allen Stimmen, was gar nicht so einfach darzustellen ist. In der (neuen) Coda stürzt die Klarinette vom hohen, walzerartigen, lyrischen D-Dur in die Tiefe zu einem Staccato-Ostinato in d-moll, harmonisch unbestimmt zwischen Tonika und Dominante; zuerst solistisch, worauf das Orchester sich zögernd steigernd vom Pizzicato über Arco-Staccati zu synkopischen Forte-Akkorden einlässt, um in einer Unisono-Variante des Satzthemas die Klarinette zu chromatischen Trillersteigerungen zu zwingen.

Die Klarinette stürzt noch einmal solistisch in die Tiefe, um in einem chromatischen Aufstieg vom subito-piano  zum forte das Orchester zu einem Abschluss-Triller zu verführen ... Generalpause ... dann ein Vorhalt zum Schlussunisono und hoffentlich zu lebhaftem Applaus.

Hartwig Riedl

Konzert für Klarinette und Streicher - Audio

I Allegro

II Andante sostenuto

III Finale Vivace

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